Coal mine du Gouffre

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Coal mine du Gouffre

Die letzten Überbleibsel der belgischen Montanindustrie

Coal mine du Gouffre / Charbonnage du Gouffre
RR

Besucht im Jahr 2022

W

as hierzulande der Ruhrpott, ist in Belgien generell die Wallonie; der Inbegriff der Montanindustrie. Zwar gab es, genau wie hierzulande, auch weitläufige Bergbauaktivität in anderen Bereichen des Landes, doch verbindet man mit Berg- und Stahlwerken immer automatisch bestimmte Landstriche.

So hat, wie auch mehrfach auf dieser Seite zu sehen, diese eifrige und (damals) notwendige Tätigkeit des kontrollierten Erdaushubs seine Spuren hinterlassen, die man heutzutage noch sehr gut erkennen kann – teils durch ausgeblutete und ruinierte Ortschaften, teils auch durch Industrieruinen, die als mahnende Denkmäler zurückgelassen wurden. Wie ich bereits in meinem Bericht über einen Teilbereich des “HFB” Werkes schrieb (hier zu finden), ist für unseren Bereich der weiten Erdkugel die Zeit dieses Industriezweiges gekommen – und so sehr er auch gefeiert wurde als er Europa aus der Versenkung erhob, so sehr wird er jetzt auch verdrängt und als “schmutzig” verabscheut. Wir entledigen uns ganz unverblümt einer Industrie, einer Kultur und einer Geschichte, während alle stillschweigend dabei zusehen.

Der Ort selbst war, so kam es mir zumindest vor, ein Hauptbestandteil der lokalen Freizeitaktivitäten; es flogen Drohnen, ein Rudel Jugendlicher testete eine Flex an einem Metallbolzen aus und ein Sammelsurium zertrümmerter Teller ließ auch auf die Nutzung als „Shooting Location“ für uninspirierte Hochzeitsfotografen schließen. Wie immer, erhielten solche Orte ein zweites Leben – wenn auch nicht unbedingt immer gerne von der Lokalpolitik gesehen.

Wir schlenderten etwas umher, betrachteten das Schauspiel und diese, doch irgendwie beeindruckenden, Hallen und versuchten uns an brauchbaren Fotos des Ortes. Die Hauptgefahr hierbei waren aber nicht die anderen Gäste, sonder anderweitig klar zu erkennen: Löcher im Boden, in die selbst meine zarte Statur problemlos hätte verschwinden können – nur um dann 4m tiefer wieder erscheinen zu dürfen. Keine gerade angenehme Vorstellung, wenn man die Fallhöhe rechnerisch mit der Beschleunigung und meiner Masse in Verbindung bringt, so wie den wahrscheinlich bemerkenswert kurzen Bremsweg der zuerst aufschlagenden Körperteile.

In solchen Situationen empfiehlt es sich (außer man möchte unbedingt mit den Augenbrauen das eigene Schienbein berühren), wie auch eigentlich fast sonst in Ruinen jeglicher Art, niemals rückwärts zu gehen. Also, zum Aufschreiben: Nie einen Schritt zurück – lieber einmal um die eigene Achse drehen und gehen.

Oder anders gesagt: Immer nur dorthin gehen wohin man auch blickt – und lustige Spaßlöcher vor einem Sturzerlebnis erkennen kann.

An Ende… was bleibt da zu sagen? Sollte ich Fakten zum Ort hevorkramen, für die sich dann eh niemand interessiert? Ich weiß nicht recht. Dieses Mal überlasse ich es dem geneigten Leser – der Klarname ist, in diesem Fall, angegeben und durch 2 Sekunden Google mit Informationen zu ergänzen.

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