Das MadMen Kollektiv

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Gemeinsame Leidenschaft
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Jahre

Das (und noch viele Dinge mehr) sind die MadMen

Ein lockerer Zusammenschluss von Fotografen aus der Städteregion Aachen, nicht nur lokal im Grenzbereich beheimatet, mit der Liebe zur Architektur und Geschichte. Gemeinsam auf Tour, erkunden wir vergessene Objekte, politische Wechselspiele, Ereignisse und das Zeitgeschehen im Schmelztiegel Mitteleuropas.

Dass auf dieser Seite nur einer postet, liegt jedoch nicht am großen Ego des Betreibers und Verantwortlichen – leider wollen die anderen Mitglieder ihrer Berichte und Reportagen nicht veröffentlichen, weil sie sich teils nicht trauen die passenden Worte zu finden, oder ihnen schlicht die Zeit fehlt. Um sie zu würdigen, wird die Seite dennoch als Kollektiv bezeichnet, da jeder Tourkollege irgendwie dazu gehört und auch durch seine Begleitung einen Einfluss auf mich hat(te), somit also indirekt zu der Art und Weise beitrug wie ich fotografiere und schreibe.

Der Faber

Sascha Faber

Der Mann mit dem bestechenden Lächeln und der grandiosen Frisur bin in der Tat ich, Sascha Faber. Geboren in der Mitte der recht sorgenfreien und rücksichtslosen 80er Jahre, wuchs ich inmitten der Arbeiterklasse, zu einem Mitglied der Arbeiterklasse, heran und sehe dies immer noch als einen festen Bestandteil meiner Person und Identität. Zwar schlug ich, nach einem kurzen Intermezzo bei der Rheinbraun, eine vollkommen andere, berufliche Laufbahn als meine Vorfahren ein (ich wurde Rettungsassistent, ein mittlerweile überholter Beruf), doch fühle ich mich immer noch zwischen Öl, Eisen, Kohle und Schmutz behaglich wohl und würde auch direkt in ein Stahlwerk einziehen, wenn es dort Wohnungen gäbe.

Es soll nicht wundern, wurde ich als kleines Kind doch zu Traktoren, Kränen, Schmelzöfen und Kraftwerksleitständen mitgenommen, durfte schon früh alles an Werkzeug in die Hände nehmen was existierte und hab zumindest dadurch einige erinnerungswürdige Kindheitserlebnisse zurückbehalten.

Wo es bei mir zur beruflichen Ausübung nicht reichte (Glück, Motivation, Unterwürfigkeit gegenüber den Meistern während der Ausbildung), übe ich heute meine Faszination fürs Handwerk im Hobby aus, so dass es nicht oft schön, aber immer für die Seele befriedigend wird wenn ich etwas bastel.

Daneben bin ich noch als Personalrat und Gewerkschafter tätig, beschäftige mich mit allen Dingen die mich anspringen und erfreue mich an der Welt und ihrer Vielfalt, so dass ich stets wissbegierig bin und es auch versuche zu bleiben. Es wäre schade, wenn man einen Tag erleben würde ohne etwas zu lernen, oder zu hinterfragen.

So befasse ich mich mit dem digitalen Druck und seinen Eigenheiten, übe mich in Kaschierungen von Fotografien und Kunstdrucken, erlerne die Grundlagen der Archivierung von Fotografien anhand von Literatur und bereite mich darauf vor meine ersten Bilderrahmen in kompletter Eigenregie zu fertigen, wozu ich mir gerade die notwendigen Fertigkeiten aneigne. Alles um das Foto aus einer Hand, sozusagen. Kauft zwar keiner, beschäftigt mich aber und macht Spaß. Hierzu wird es auch irgendwann mal den einen, oder anderen Bericht geben, sobald ich wieder ein wenig mehr Zeit habe.

Der Faber, noch etwas jünger

Charakterlich bin ich sicherlich eher als ein typischer Rheinländer zu verorten, sprich: Offen, redselig, ab und an ein wenig flapsig, dennoch schwerst geerdet. Zwar bin ich durch Jahre und Erfahrungen nicht unbedingt zum Sonnenschein mutiert (im Grunde war ich noch nie ein Mensch der Kategorie “Sorgenfrei und kichernd durch die Wiese hüpfen”), doch versuche ich mir immer noch meine Freundlichkeit zu bewahren, auch wenn es mit den Jahren und der Reproduktionsquote von Idioten immer schwieriger wird, diese zu erhalten und zu beschützen.

Vor Jahren habe ich mir mal den Nickname “Lobo” ausgesucht, als ich noch Comics verschlang wie dicke Kinder Schokolade, doch mittlerweile wird man älter und bekommt Namen – so wird meistens nur “Der Faber” gerufen, wenn man mich stören möchte.

Ausrüstung

Kommen wir zum langweiligsten Teil der Fotografie: Dem Equipment. 

Im Gegensatz zu vielen anderen “Erkundern”, habe ich für mich über die Jahre die Erkenntnis gewonnen dass nichts so sehr stört wie das Material, welches man notgedrungen mit sich schleppt. Insgesamt wird zum Thema der Fotografie viel zu viel über das Geraffel gefaselt, den “Charakter” einer Linse, die Wirkung des Entwicklers. Es wird alles zum Selbstzweck erhoben und diese endlose Diskussion wird von Leuten immer weiter befeuert, die darüber ihr Geld verdienen – sozusagen Influencerstuhlgang. Da quasselt jemand über den Schmelz von ZEISS Objektiven, wohingegen andere “Meister” nur mit einem roten Punkt auf der Kamera richtig fotografieren können, oder “krasses” Urbexen erst mit der richtigen Taschenlampe klappt. Humbug.

Je weniger man bei sich trägt, auf desto weniger muss man achten, desto besser kann man sich auf den Ort konzentrieren.

Die wichtigste Ausstattung: Gesunder Menschenverstand

Vergleichbar mit der fotografischen und erkunderischen Ausstattung, halte ich es auch mit der Bekleidung / dem PSA Material: Je weniger, desto besser. Natürlich möchte ich hier niemanden dazu animieren nackt umher zu rennen und seine Füße zum Aufspüren von Glasscherben einzusetzen, nur sollten sich einige Besucher Gedanken über Verhältnismäßigkeiten machen; Es ist halt ein wenig befremdlich, wenn 3 Leute mit Flecktarn in der Wohnsiedlung aussteigen, erstmal 20 Minuten regelrecht aufrödeln und dann mit 20 Kg Gepäck, Bratpfanne an der Hüfte und Springerstiefeln ins alte Haus der verstorbenen Frau Schmitz einsteigen. Für solche Scherze gibt es Reservistenverbände, oder gleich die Bundeswehr – die machen das professionell.

So sehe ich Atemschutzmaske, S3 Stiefel, Kevlarhandschuhe und dergleichen eher… kritisch, wenn unter den falschen Voraussetzungen eingesetzt.

Dort, wo ich schon nicht ohne derartiges Zeug hinein gehen möchte, sollte ich auch nicht mit hineinwandern. Das liegt nicht an der übertriebenen Vorsicht meiner Person, eher ist es als guter Rat zu verstehen; je sicherer sich Leute durch PSA fühlen, um so unvorsichtiger werden sie. Nehmen wir alleine einmal den Faktor Asbest: Die Youtuber rennen mit einer FFP2/3 Maske in die reinste Asbesthölle, wo der Krebs schon ab der Eingangspforte verteilt wird, filmen, drehen, quasseln und wälzen sich regelrecht auf dem Boden herum, verlassen dann die Hütte, ziehen die Maske ab und klopfen sich den feinen Staub von den Klamotten, mit denen sie dann die nächsten 4-7 Stunden weiterhin auf Tour, im Familienauto, unterwegs sind.

Merkt man selber, oder? Einfach mal drauf achten, wie oft geeignete Einweganzüge in den Videos der tollen Vorbilder getragen werden (und ob das Schutzmaterial auch richtig entsorgt wird). Es nützt halt die beste PSA nichts, wenn man nicht um die korrekte Verwendung und Anwendung weiß.

Vergleichbar verhält es sich mit Stiefeln, mit denen die Leute eine nahezu unzerstörbare Selbstgewissheit entwickeln, durch nichts verletzt werden zu können. Dass da auch mal ein Boden nachgeben könnte, oder es durchaus auch Dinge gibt, die am Stiefel abrutschen und sich in die Wade bohren könnten… lernen durch Schmerzen ist da oft die Devise.

Deswegen verlasse ich mich, für meinen Teil, lieber auf reguläres, festes Schuhwerk und lasse lieber die Augen zweimal kreisen, bevor ich einen Schritt tue. Ich fasse nichts unnötig an, brülle und wälze mich nicht und bin lieber zu vorsichtig und verpasse etwas, als dass ich durch eine 5m hohe Altbaudecke krache und mein Periost in natura erblicken muss.

Jetzt aber die Liste
  • Kamera: Fuji X-T2 und X-Pro 3 (mitgenommen wird nur eine der beiden)
  • Objektive: 23mm F2, 90mm F2, 18-55mm
  • No-Name Umhängetasche, die möglichst ranzig auszusehen hat und innen gut gepolstert sein sollte
  • Stativ: DDR Holzstativ (wahrscheinlich Berlebach) mit Manfrotto Getriebeneiger MA 410 (alles viel zu schwer, aber notwendig)
  • Handy (Akku immer laden vor der Abfahrt!)
  • Klorolle (jepp)
  • Immodium (JEPP!)
  • Novalgintabletten
  • Flasche Wasser
  • Kleine Flasche Handdesinfektion
  • Jeans
  • Normale, feste Schuhe
  • Pullover
  • Wenn es mich hipstert: Schiebermütze
  • IMMER EINEN BEGLEITER, NIE ALLEINE UNTERWEGS SEIN!

Dies hat seit 2012 immer für alle Touren gereicht und mehr braucht es in der Regel nicht. Hin und wieder nehme ich auch eine Taschenlampe bei Industrieobjekten mit, da dort in den Werkshallen durchaus einmal das Licht komplett fehlt, aber dafür habe ich mir gesondert eine Lampe mit Rotlichtfunktion geholt, welche Probleme bei der Adaption der Lichtempfindlichkeit vermeidet. Das einzige, besondere Gimmick.
Ansonsten fasse ich, wie gesagt, nichts an und vermeide es irgendetwas aufzuwirbeln, was meine Lunge nicht mögen könnte. Auch vermeide ich allzu lange Pausen in Räumen, deren Wände mit mir sprechen möchten und verlasse mich dann auch irgendwie ein wenig auf meinen Selbsterhaltungstrieb, der mich bisher nie verlassen, oder beschissen hat.

Ende

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