Brügge sehen und …

Brügge - eine Touristenfalle
RR

Besucht im Jahr 2014

E

igentlich war es ein still gehegter Traum, einmal in dieser Stadt versinken zu können. Eigentlich.

Ich rede von Brügge, einer Stadt im flämischen Teil Belgiens, welche zu großen Teilen von Kriegen verschont wurde und sich daher seinen mittelalterlichen Charme bewahren konnte, der einen aus jeder Gasse anhaucht und ins Gesicht springt. “Wie in einem verfickten Märchen” – so (wenn vielleicht auch nicht ganz wortgenau) beschreibt der Film “Brügge sehen… und sterben?” die Stadt und ihre Atmosphäre und genau dieses Bild hatte ich immer vor Augen, wenn ich an diese Stadt dachte, die von Kanälen durchzogen wird und mit prächtigen Bauten aufwartet.

Sicher, es stimmt auch: Die Architektur ist einmalig und man bekommt immer wieder ein Gefühl dafür, wie es hier einst vor hunderten von Jahren zugegangen sein mag. Man droht (im positiven Sinne) in dieser Atmosphäre zu versinken, wenn da nicht… wenn da nicht ein Desigualladen wäre, ein plumper Tourist, oder ein aufdringlicher Verkäufer, der es auf unbedarfte Touris abgesehen hat. Wenn da nicht die Quälerei mit den Pferdekutschen wäre, welche einen (für 70 Eur) durch die Stadt ziehen und dabei der absoluten Peinlichkeit aussetzen, einer dieser 08/15 Reisenden zu sein, denen alles vor Ort egal ist.

Hin und wieder kann man es noch einmal ausblenden, noch einmal diesem Charme erliegen, bis man wieder blinkende Touristenfallen sichtet und sich verkauft fühlt. Es ist unecht, wie ein Disneyland für Senioren auf Koks, wo es an allen Ecken Futter, Bier und billige Belustigung gibt.

Die Stadt war schön, die Menschen vor Ort weniger und leider wirkte sich meine Enttäuschung, die an diesem Tage neue Dimensionen erfuhr, auf die Qualität der Bilder aus. Es sind nicht meine besten Werke, aber: Auch die müssen gezeigt werden.

Weiterer Stoff

Theatre Jeusette

Irgendwie fehl am Platze, so wirkte dieser Ort damals, 2012, auf mich. Mitten in einer Region, die man nur sehr, sehr wohlwollend als verloren und vergessen bezeichnen konnte (die Realität war, zu diesem Zeitpunkt, eher “Vorhölle”), stand dieses „Theater“.

HF 6 – Aussenstelle

Ich atme tief ein. Staubige Luft strömt hastig durch die Nase, durchquert meine Atemwege – vorbei an der kaputten Nebenhöhle, an zerklüfteten Mandeln entlang, hinunter zu einer schwarzen Lunge, wie man sie nur dann hat wenn man in einer Großstadt lebt.

Soldatenfriedhof Henri-Chapelle

Als 1944, am 06. Juni, die größte Landungsoperation in der Geschichte der Menschheit begann, war der Krieg eigentlich bereits vorbei. Eigentlich, so hätte der gesunde Menschenverstand es gesehen, war er bereits seit spätestens 1943 vorbei…

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