Old Mill

Old Mill / Old Mill D
RR

Besucht im Jahr 2016

W

as war hier wieder einmal geschehen? Ein Hof, gut versteckt am Ende einer kleinen Stichstraße, der seit Jahren verlassen schien. Nichts deutet mehr auf eine aktive Nutzung dieses Gehöfts hin, absolut nichts. Nur das Wasser des nahen Bachs, der sich in regelmäßigen Abständen über sein kleines Ufer hinaus begab und dabei alles um sich herum in seinem Wasser tränkte, gab Geräusche zu vernehmen an diesem Platz.

Als ich fast wieder einmal im feuchten Schlamm auszurutschen drohte und mir dabei Muskeln verdrehte, die ich zuvor höchstens einmal während der Ausbildung flüchtig in den Büchern zu Gesicht bekam, war meine gesamte Gedankenwelt bereits an diesem Ort gefesselt und gebunden. Der Nebel, die allumfassende Nässe, die Mischung aus Landwirtschaft und guter Stube. Ein Ort, wie man ihn sich nur in schlechten Träumen ausdenken könnte, an einem so schauderlich schönen Tag, mit verhangener Sonne und Kälte in den Knochen.

Es war diese eigene Mischung und dazu der erkennbare, einstige Zustand der Gebäude; kein unnötiger Luxus, wie ihn vielleicht Unterputzleitungen hätten darstellen können. Keine unnötige Moderne an diesem Ort, jedoch dann Haartrockner, Fernseher und exotische, afrikanische Schmuckstücke, die im besten Falle eine Kopie vom Flohmarkt waren. Diese Widersprüche an diesem Ort, die sich überall abzeichneten – wie auch der Gegensatz zwischen zur Schau getragener Frömmigkeit und einer Wanduhr, die breit und stolz den Namen einer Biermarke trägt.

Es sind solche Dinge, die mich an derartigen Orten faszinieren und mir zeigen, dass Menschen so viel mehr sind als nur meine schnelle Einschätzung, die ich im Vorbeigehen unbewusst treffe. Hier lebte, aß und soff man, aber immer erst brav nach dem Gang zur Kirche – und wenn das Vieh versorgt war.
Menschen können so erstaunlich verwirrend sein.

Weiterer Stoff

Er fuhr Ford…

Und kam nie wieder… So der schöne, alte Spruch zu einer durchaus beliebten Automarke.

Maison Gustaaf

Manchmal tut eine Pause gut, etwas Abstand noch viel besser. Manchmal.

Es war die erste Urbex-Tour seit Monaten, auf die mich mein Kumpel Manolo zerrte. Ich hatte mir eine Auszeit genommen, eine lange Auszeit. Keine Fotografie, keinen Stress, keine Besonderheiten. Eins sein mit der bedrückenden Langeweile einer ninetofive Existenz, die 2 1/2 Kinder, einen Urlaub pro Jahr, die Rente und dann ein Martyrium aus langwierigen Krankenhausbesuchen bedeutete. „Sich erden“ – oder einfach einmal das kleine Rädchen im Getriebe sein und sich drehen.

Der Reifenhändler

Durststrecken gibt es immer wieder einmal und vergleichbar mit der Landwirtschaft, geht auch beim “urbanen Erkunden” der Großteil der Kollegen in die Winterpause, mummelt sich daheim vor dem Radiator in die Ikea Plasteflauschdecke und harrt der Dinge die da kommen…

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