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Deutsche „Lost Places“ sind immer ein wenig anders, als vergleichbare Orte im Ausland: In der Regel absolut leer, zugemüllt und desöfteren so trostlos wie der Amtsschimmel der 80er Jahre.

Mir bricht es immer das Herz, wenn ich an solchen Orten bin; alte Autofriedhöfe, an denen der Rost die einst geliebte Gebrauchsgegenstände verzehrt. Klar, ein Auto ist nur ein Gegenstand, dem man besser keine emotionale Wertung zukommen lässt. Klar. Doch, auf der anderen Seite…

Alle Jahre wieder, da passiert es: Es wird getrommelt, zum Arbeitskampf aufgerufen, Menschen ziehen sich uniform Plastiktüten (oder in unserem Fall: Westen, die aber nichts mit den Gelbwesten zu tun haben – versprochen!) über den Rumpf, nutzen Trillerpfeifen und legen in Düsseldorf (und anderen Landeshauptstädten) den Verkehr lahm, dass es den dortigen Bewohner nur so graut vor diesen Tagen (Och Herm).

Wir allen lieben sie, wir alle geben sie auch gerne: Die Hilfsbereitschaft. Steckt der Kumpel betrunken bei seiner abendlichen, frischen Bekanntschaft, die mit abnehmendem Alkoholpegel immer inkompatibler für ihn und seine Lebensplanung / sexuelle Ausrichtung erscheint? Ein Anruf und wir holen ihn.

Die beste Freundin hat ein Problem in der Form eines Pickels, der mittlerweile Wahlrecht und Sozialversicherungsnummer besitzt? Wir fahren natürlich los und kaufen ein Basecap / ein Balaclava, bis die ISS nicht mehr aus dem Weltall davon berichtet.

Irgendwie fehl am Platze, so wirkte dieser Ort damals, 2012, auf mich. Mitten in einer Region, die man nur sehr, sehr wohlwollend als verloren und vergessen bezeichnen konnte (die Realität war, zu diesem Zeitpunkt, eher „Vorhölle“), stand dieses „Theater“.

Ja, bei der Namenswahl scheine ich mich dieses Mal wirklich übertroffen zu haben, so dass mir die Kreativität gerade zu aus den Fingern schießt. Könnte auch an den nervigen Kopfschmerzen…

Nicht gerade meine beste Arbeit, rein fotografisch betrachtet. Zu bemüht, zu schief, zu fahrig, zu langweilig. Viel zu viel „zu“. Doch was soll man auch machen, bei einem solchen Anwesen?

Stahlwerke, Kokereien, riesige Industrieanlagen jeder Art und Couleur haben etwas erschlagendes…

Seit einiger Zeit habe ich Probleme mit dem Schreiben. Keine technische Problematik, keine Problematik der Lustfindung. Ich weiß zum Teil einfach nicht mehr genau, was ich in meinen Fotoreportagen schreiben soll…

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