Farm of the Hobo

Farm of the Hobo / Schobbens Bauernhof
RR

Besucht im Jahr 2014

N

icht gerade meine beste Arbeit, rein fotografisch betrachtet. Zu bemüht, zu schief, zu fahrig, zu langweilig. Viel zu viel „zu“. Doch was soll man auch machen, bei einem solchen Anwesen? Einst an einer Hauptverkehrsader Aachens gelegen (Triererstraße, Stadtteil Forst), musste dieses Objekt der urbanen Verdichtung weichen. Es wurde im Januar 2014 abgerissen (genau zwei Tage nach unserem Besuch) und gegen mehrere Häuser getauscht. Häuser in einer unwürdigen Größe, in Relation zum überteuerten Preis. Die Lage? Genau an einer Hauptverkehrsader, ohne Keller, mit einem Hauch von Garten und einem Problemviertel direkt vor der Nase.

So stolperten wir auch (zu keiner Überraschung) über einen Obdachlosen. der es sich an diesem Ort gemütlich gemacht hatte und wohl auch gerne dort konsumierte. Eine friedliche Begegnung, die einem sonst immer in diversen Urbex Foren als der GAU schlechthin verkauft wird (samt damit verbundener Schlägereien – wird auch gerne als Begründung für den Kauf von Pfefferspray herangezogen…). Es war nicht meine erste Begegnung dieser Art, aber immerhin die Erste bei der ich den Menschen auf der anderen Seiten des Erlebnisses verstehen konnte. Auch nur eine arme Seele, besessen von den eigenen Dämonen – wie jeder andere auch.

Wir widmenten uns dem Ort, der wie ein wild zusammengewürfeltes Häufchen aus allen Epochen eines Lebens wirkte: Von der eigenen Werkstatt in der umgebauten Scheune (samt Lager und wenig sorgsam deponierten Altölfässern – huhu, Bodengutachten!), hinüber zum Wohnhaus mit einem Schrank voller Dias der getätigten Reisen, bishin zum Toilettenstuhl im Erdgeschoss – es war hier alles vertreten, was die Bewohner in den vorhergegangenen Jahrzehnten getan, gesehen und gelebt hatten.

Es war eine Zeitkapsel, wie man sie eigentlich gerne vorfindet. Klar, hier war alles durchwühlt worden und nichts war mehr im Ursprung so, wie es mal hinterlassen wurde vom einstigen Besitzer, aber man konnte noch die Reste des alten Lebens erahnen, welches hier einst herrschte. Eigentlich schon fast wieder schade drum, dass die vielen Hinterlassenschaften dann Tage später einfach in den Container (vermengt mit Bauschutt) entsorgt wurden. Um die 1000 Dias flogen in den Müll, aus aller Länder zusammengetragen, wie ich bei einem flotten Blick in die Kästen vermuten konnte. Traurig, wie wir mit alten Dingen umgehen.

Weiterer Stoff

Käferwald

Man stelle sich vor: Durch eine Erbschaft, oder ein anderes (mehr oder minder erfreuliches) Ereignis, erlangt man die Besitzrechte an einer Sache, die in gewisser Weise einen Wert mit sich bringt, oder ihn – in absehbarer Art und Weise – später besitzen wird.

Sanatorium Dolhain

Ein Klassiker des Genres, so könnte man diese ehemalige Lungenheilanstalt nennen, die nun schon seit Jahren durch das Internet geistert – mit allerlei Schauergeschichten umhüllt.

Maison Gustaaf

Manchmal tut eine Pause gut, etwas Abstand noch viel besser. Manchmal.

Es war die erste Urbex-Tour seit Monaten, auf die mich mein Kumpel Manolo zerrte. Ich hatte mir eine Auszeit genommen, eine lange Auszeit. Keine Fotografie, keinen Stress, keine Besonderheiten. Eins sein mit der bedrückenden Langeweile einer ninetofive Existenz, die 2 1/2 Kinder, einen Urlaub pro Jahr, die Rente und dann ein Martyrium aus langwierigen Krankenhausbesuchen bedeutete. „Sich erden“ – oder einfach einmal das kleine Rädchen im Getriebe sein und sich drehen.

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