Brügge sehen und …

Brügge - eine Touristenfalle
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Besucht im Jahr 2014

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igentlich war es ein still gehegter Traum, einmal in dieser Stadt versinken zu können. Eigentlich.

Ich rede von Brügge, einer Stadt im flämischen Teil Belgiens, welche zu großen Teilen von Kriegen verschont wurde und sich daher seinen mittelalterlichen Charme bewahren konnte, der einen aus jeder Gasse anhaucht und ins Gesicht springt. „Wie in einem verfickten Märchen“ – so (wenn vielleicht auch nicht ganz wortgenau) beschreibt der Film „Brügge sehen… und sterben?“ die Stadt und ihre Atmosphäre und genau dieses Bild hatte ich immer vor Augen, wenn ich an diese Stadt dachte, die von Kanälen durchzogen wird und mit prächtigen Bauten aufwartet.

Sicher, es stimmt auch: Die Architektur ist einmalig und man bekommt immer wieder ein Gefühl dafür, wie es hier einst vor hunderten von Jahren zugegangen sein mag. Man droht (im positiven Sinne) in dieser Atmosphäre zu versinken, wenn da nicht… wenn da nicht ein Desigualladen wäre, ein plumper Tourist, oder ein aufdringlicher Verkäufer, der es auf unbedarfte Touris abgesehen hat. Wenn da nicht die Quälerei mit den Pferdekutschen wäre, welche einen (für 70 Eur) durch die Stadt ziehen und dabei der absoluten Peinlichkeit aussetzen, einer dieser 08/15 Reisenden zu sein, denen alles vor Ort egal ist.

Hin und wieder kann man es noch einmal ausblenden, noch einmal diesem Charme erliegen, bis man wieder blinkende Touristenfallen sichtet und sich verkauft fühlt. Es ist unecht, wie ein Disneyland für Senioren auf Koks, wo es an allen Ecken Futter, Bier und billige Belustigung gibt.

Die Stadt war schön, die Menschen vor Ort weniger und leider wirkte sich meine Enttäuschung, die an diesem Tage neue Dimensionen erfuhr, auf die Qualität der Bilder aus. Es sind nicht meine besten Werke, aber: Auch die müssen gezeigt werden.

Weiterer Stoff

Église Saint-Georges de Limbourg

Das vielleicht aufkommende Bild Belgiens, welches durchaus entstehen kann bei der Betrachtung der bisherigen Fotoreportagen meinerseits, ist leider keines, welches man als „Charmant“ betiteln könnte.

Camp Hitfeld (Camp Gabrielle Petit)

Camp Hitfeld – ein mehr als bekannter Ort, der eine recht bewegte Geschichte hinter sich hat (und mit Gewissheit noch weitergehend eine haben wird).

Sanatorium Dolhain

Ein Klassiker des Genres, so könnte man diese ehemalige Lungenheilanstalt nennen, die nun schon seit Jahren durch das Internet geistert – mit allerlei Schauergeschichten umhüllt.

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