Camp Hitfeld (Camp Gabrielle Petit)

Camp Hitfeld
RR

Besucht im Jahr 2013 & 2016

C

amp Hitfeld – ein mehr als bekannter Ort, der eine recht bewegte Geschichte hinter sich hat (und mit Gewissheit noch weitergehend eine haben wird).

Einige meiner ersten Urbexausflüge habe ich hierhin unternommen, im Hochsommer. Damals noch im HDR Rausch verfangen, sind diese Bilder mittlerweile kaum noch zeigenswert, höchstens aus historischem Charakter. Hier hochladen werde ich sie im Moment jedenfalls nicht – man schämt sich für seine Jugendsünden.

Doch etwas mehr zur Geschichte der Anlage:

Sucht man nach historischen Informationen, so wird man leider kaum belegbar fündig. Man muss also vorsichtig sein mit den Dingen, die man über das rund 43 ha große Gelände verbreitet.

Belegbar ist in jedem Fall die Nutzung der Anlage durch die Belgier nach 45

Aus den Erinnerungen heraus, kann ich nur von einer alten Quelle berichten, die aber nicht mehr im Internet zu finden ist (schade!):

Im Rahmen des Aachen-Saar Programms, wurde die Anlage als Munitionsdepot errichtet. Nach 45 übernahmen dann die „Belgischen Streitkräfte in Deutschland“ (kurz BSD) die Anlage und bauten sie zu einer vollständigen Kaserne aus (hierbei muss aber die geringe Anzahl an gemauerten Gebäuden beachtet werden, was durch mangelnde finanzielle Mittel bedingt war) , samt einer eigenen Waffelbäckerei.

Mit dem Ende des kalten Krieges, endete auch die Notwendigkeit einer belgischen Schutzmacht in Deutschland, wodurch das Camp in den 90ern geräumt wurde.

Heutzutage befindet sich die Anlage in einem mehr als bedauernswerten Zustand, was zu einem gewissen Teil auch der öffentlichen Hand geschuldet ist, die es versäumte zeitnah dort zu investieren. So wurden Planungen verschoben, Investoren für abstruse Vorhaben gesucht und am Ende brannte es dort dann mehr als einmal, weil die lokale Dorfjugend in der langjährigen Zwischenzeit das Gelände als „Freiwild“ für angestaute Hormonüberschüsse missverstehen wollte.

Eine gründliche Kampfmittelräumung fand dort bis heute wohl immer noch nicht statt, so dass auch eine Freigabe des Geländes zu Bauzwecken unwahrscheinlich bleibt bis noch viel, viel mehr Gras über die Sache gewachsen sein wird. Bedarf an Bauland besteht in dieser Ecke der Republik mehr als genug – anscheinend möchte man aber den hohen Mietspiegel nicht allzu sehr gefährden (oder scheut, aufgrund klammer Kassen, einfach nur die sinnvolle Investition in die Erschließung neuer Bauflächen).

Hier eine kleine Linksammlung zur Fläche:


Die Bilder entstammen meiner frisch erworbenen Fuji XT 2, samt 18-55mm Objektiv und sind durchgängig „OOC“ (Out-Of-Cam), sprich: Alles Jpgs, ohne RAW.
Kleinere Updates erfolgten am 22.06.2019
Link zur Videodokumentation nachgetragen

Weiterer Stoff

Maison Gustaaf

Manchmal tut eine Pause gut, etwas Abstand noch viel besser. Manchmal.

Es war die erste Urbex-Tour seit Monaten, auf die mich mein Kumpel Manolo zerrte. Ich hatte mir eine Auszeit genommen, eine lange Auszeit. Keine Fotografie, keinen Stress, keine Besonderheiten. Eins sein mit der bedrückenden Langeweile einer ninetofive Existenz, die 2 1/2 Kinder, einen Urlaub pro Jahr, die Rente und dann ein Martyrium aus langwierigen Krankenhausbesuchen bedeutete. „Sich erden“ – oder einfach einmal das kleine Rädchen im Getriebe sein und sich drehen.

Das Hexenhaus

Höllische Rückenschmerzen, die durch verschobene Wirbel und zu schwere Patienten ihren Weg zu mir fanden, begleiteten mich an diesem Tag mal wieder ohne Pause.

Masters of Dust

Industrie – mein heimlicher Fetisch. Rostiger Stahl, gigantische Hallen, oder auch kleine Werkstätten. Ein Geruch, der sich aus Öl, Fett und Metall vermengt, aus Holz, welches schwarz vor Dreck wurde. Industrie, wo körperliche Arbeit als ehrend, nicht beschämend verstanden wird. Dort, wo die stetige Atmosphäre des Schaffens herrscht und jederzeit etwas in Bewegung geraten könnte. Heilige Stätten des Fortschritts, Kathedralen der Arbeit.

Comments (3)

War gestern noch da und war erstaunt wie gut besucht die Location ist. Sprayer, skater, Spaziergänger mit Kind, Punks und andere urbexer waren vor Ort. Was aber bei dem Riesen Areal nicht störte. Machte das ganze etwas zu entspannt da man Gefühl hatte in nem Freizeitpark zu sein

Das ist leider ein großes Problem bei dem Areal, wie aber auch bei anderen „Lost Places“ auch: Mittlerweile mutiert der Ausflug zu einem leerstehenden Objekt zur Familienattraktion, mit der einhergehenden Leichtsinnigkeit.
Bis mal wieder was passiert.

[…] zur kleinen Fotoreportage über das Camp Hitfeld, haben wir unsere anfänglichen Bestrebungen im Bereich des Videodrehs dazu verwendet, euch eine […]

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