Chateau D´artagnan

Chateau D´artagnan / Abgerissen!
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Besucht im Jahr 2014

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ewegt man sich in der „Szene“ (und wenn es auch nur ein wenig ist), entdeckt man ab und an bei anderen Pappnasen bestimmte Perlen, die man unbedingt selbst mit seiner geschätzten Existenz beehren möchte. Zwar passiert dies in der deutschen Gemütlichkeit von anheimelnder Missgunst, Neidverblödung und der „Location Highlights“ (leerstehender McD und WürgerKing Hütten, Praktiker, diverse Dixi Häusle mit Füllung) eher selten und der beste Umgang mit den meisten Leuten in den deutschen Netzwerken ist „keiner“, aber dennoch: Hin und wieder sieht man auch hier diese Schmuckstücke.

Das Chateau D’artagnan war eines davon

Es war eines dieser Objekte, wo man bereits ab dem ersten Blick wusste: Da muss ich hin!. Na gut: Ehrlicherweise waren die Fotos, die ich ansabberte, noch mit den prächtigsten Möbelstücken gespickt, während ich vor Ort zu 90% nur noch leere Zimmer fotografieren konnte, aber die örtliche Dorfjugend hat da mit Sicherheit wieder seine Finger im Spiel gehabt (oder Urbexer mit LKW Führerschein und mehreren Ebay Accounts… wobei, die tun sowas ja nicht… nie…).

Die Kollektion an abscheulich schönen Tapeten (die sich liebevoll in Farbe, Struktur, Epoche und Brechreizerzeugung abwechselten), Steckdosen aus Porzellan und einem „abstrakten“ Badezimmer, welches vor Erotik nur so pochte, machte es aber durchaus angenehm hier zu verweilen. Da hatte jemand mal Geld! Vielleicht nicht allzu viel Geschmack, aber Schotter (diese Kombination stirbt nie aus).

Erstaunlich war für mich hierbei nur der innere Widerstand

Ich schaffte es nicht, mich tiefergehend mit den „Sets“ anderer „Fotografen“ zu beschäftigen, als ich daheim saß und nach Informationen über diesen Ort suchte. Wie kam es zu dieser, doch schon rapiden und erschreckenden, Entwicklung bei mir? Insgesamt betrachtete ich „Urbex“ immer skeptischer, musste mich für Touren immer mehr überwinden und manchmal war mir danach, einfach alles sein zu lassen und lieber ein paar Vögel zu fotografieren (oder Vögelnde, je nachdem). Ich sollte darüber schreiben… Schau’n mer mal…

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