Mit dem Smartphone Fotografieren

Anfangs rümpfte ich die Nase, wenn Menschen mehr und mehr ihr Handy (anstelle einer vernünftigen Kamera) nutzten. Anfangs zu recht, mit fortschreitender Technik jedoch, wurde das Fotografieren mit dem Handy immer interessanter und die Ergebnisse durchaus ansehnlicher.

Mein persönliche Highlight war damals das Nokia 808. Ein Smartphone das über einen Sensor verfügt, welcher es ermöglicht Aufnahmen in 41 Megapixel zu machen um so verlustfrei zu zoomen. Hierbei wurde auf das Interpolieren wert gelegt, also das zusammenlegen von Pixeln. Die Ergebnisse? Scharfe Bilder bei gutem Licht, hohe Zoomfreude und recht Rauschige Ergebnisse bei Dunkelheit.

Nokia 808
Nokia 808
Nokia 808
Nokia 808

Abgelöst durch den Tod von Symbian und meiner Affinität zu Nokia, wechselte ich zu Windows Phone und als dort das Lumia 1020 erschien, wusste ich was mein nächstes Smartphone wird. Die Technik ist schlanker geworden. Musste man sich mit dem 808 in der Hosentasche noch die frage gefallen lassen „Freust du dich, mich zu sehen?“ , so war das mit dem 1020 anders. „Seit du dein neues Handy hast, freust du dich irgendwie weniger.“ Die Beule, oder auch Kamerahuckel, war kleiner geworden. Der Sensor weiterhin mit 41 Megapixel gewappnet, die software entsprechend angepasst um ein überragendes Ergebnis zu ermöglichen. Am ende des Tages sprechen wir nach wie vor von einem Smartphone, welches locker eine Point and Shoot Kamera in die Tasche steckt. Samsung hatte mal einen versuch mit der Galaxy Kamera gestartet, diese kam aber meiner Meinung nach nicht annähernd an die Resultate des 1020 ran und das bei sehr unterirdischem Formfaktor.

Lumia 1020
Lumia 1020
Lumia 1020
Lumia 1020
Lumia 1020. Nachts auch kein Rauscharmes gerät.

Mein letztes Nokia war ein Lumia 1520. Die PureView Technik die Nokia verfeinert hatte, wurde nun noch Kompakter. Manchmal glaube ich aber auch, das man einfach das Label nutzte um so den guten Ruf zu nutzen. Microsoft hat vieles vergeigt, das soll aber an anderer stelle mal zerpflückt werden.
Das Lumia 1520 hatte bedauerlicherweise einen Display der an einem regnerischen Montag mit schlechter Laune gefertigt sein worden muss, denn es flackert und versetzte sich immer wieder mal, bis es nach dem dritten versuch es zu reparieren, einfach das Geld zurück gab. Der Formfaktor des 1520 ist erstaunlich schlank, für ein gerät das einen sechs zoll großen display aufweist. Ja, es war hosentaschentauglich „Flache Freude heute?“ Die Witze wurden nicht weniger, nur schlechter, die Kamera war recht konstant, neigte aber zu Rotstichen. In meinem Fall vermute ich einen Zusammenhang mit dem vorliegenden technischen defekt den keiner beheben konnte.

Lumia 1520 Rotstich
Lumia 1520 Rotstich
Lumia 1520, bei schlechtem Licht, gute ausbeute.
Lumia 1520, bei schlechtem Licht, gute ausbeute.
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Lumia 1520. Perfektes Licht, gute Details, schöne Unschärfe im Hintergrund.

Ein kurze passage mit einem verzweifelten letzten Versuch bei Microsoft, führte mich zum Microsoft Lumia 640, die Ergebnisse sind nicht der Rede wert. Man benötigt Tageslicht um ein Vernünftiges Bild zu produzieren, welches nicht verwaschen aussieht und kaum Kontraste bietet.

Ich fing mit erscheinen des Xperia Z3 an, mich wieder zu Android zu belesen und mit dem OS zu beschäftigen. Meine letzte Android Erfahrung war inzwischen in die Jahre gekommen und so musste ich reichlich Nachforschung betreiben und natürlich auch im Freundeskreis nach den aktuellen eindrücken und Erfahrungen fragen. Ein extrem wichtiger, wenn nicht der wichtigste Punkt, war die Leistung der Kamera. Immer und überall, möchte ich Fotos machen wenn mir danach ist, die Qualität muss da einfach stimmen. Haben, ist besser als brauchen. Das Z3 ist ein durchaus gutes Gerät, dennoch war es nicht meins. Alles lief gut und geschmeidig, die Bilder wurden mit der Zeit verwaschener. Späterer Problem- sowie Trennungsfaktor war eine sich ablösende Beschichtung auf der Linse. Schade Sony. Bei diesem wechsel wurde mir richtig bewusst, das die Software immer wichtiger und besser geworden ist in den vergangenen Jahren. Sie ermöglicht es eine neue Bildqualität zu erzielen und dabei keine großen Komponenten verbauen zu müssen. Die passende Rechenleistung im gerät vorausgesetzt und einem EIS(Electronic Image Stabilizer) oder OIS (Optical Image Stabilizer) system an board, kann jeder, wann immer, ein gutes Bild erzeugen wenn er oder sie ein halbwegs gutes auge hat und genug Licht da ist. Rauschen wird vorerst vermutlich immer ein Problem bleiben. Das Z3 hat mir gute Dienste geleistet und abgesehen von der sich lösenden Beschichtung war es ein tolles Gerät. Als  LG jedoch das G4 veröffentlichte und ich die überaus guten Kamerabewertungen las, musste ich einfach wechseln. So viel vorab, ich habe es noch immer.

Sony Z3
Sony Z3
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Sony Z3. Schlechtes licht, starkes Rauschen.

Das G4 verfügt über ein geniales Design mit Lederschalen und Hardware tasten auf der Rückseite, welche mit Schnellfunktionen belegt werden können, neben der laut/leise Funktion. Ein leicht gebogenes Display überzeugt mit gutem Kontrast und ablesbarkeit, auch bei direktem Sonnenlicht. Die Kamera ist für mich das Sahnestück! Blende 1.8, komplett Manuell steuerbar um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Rauschverhalten? Sehr unerzogen, aber im Manuellen Modus mit ISO 100 und Stativ, kann man wohl ernsthaft nachts Fotos machen. Muss noch getestet werden. Nach den paar Zeilen über das G4, fällt vermutlich auf das ich es sehr mag.

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LG G4 in Etretat.
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LG G4 in Etretat. Zoom ist keine Stärke des G4.
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Nahaufnahme mit dem LG G4

Ich kann nichts schlechtes mehr am Fotografieren mit dem Smartphone finden. Wenn man sich bewusst ist das man mit einem Telefon Bilder aufnimmt und um die Technischen Defizite im vergleich zu einer richtigen Kamera weiß, dann kann man viel Spaß haben und gute Ergebnisse erzielen. Vielleicht entsteht ja gerade durch die Fotofunktion eines Smartphones gerade ein neuer „Star“ der Fotografie?

Am Ende des Tages kann ich mich einfach nur der Aussage anschließen, das die beste Kamera jene ist, die man dabei hat.

Geht raus, habt Spaß und probiert neues.

Beste Grüße

Madmen Manolo

Comments (1)

[…] Ein Beweis dafür, dass die beste Kamera eben immer diejenige ist, welche man bei sich trägt. Lesenswert hierzu auch der Beitrag von MadMen Manolo. […]

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