Burned Ferrari

Burned Ferrari
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Besucht im Jahr 2016

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as macht einen Ort besonders, wenn man schon fast alles gesehen hat? Wenn man in riesigen Stahlwerken, in Wohnhäusern, Krankenhäusern, seltsamen Clubs und vielen anderen Objekten war, die zum Teil über Jahrzehnte verlassen waren.

Nicht immer ist es der „Inhalt“, das Licht, die Geschichte oder was sich sonst noch so finden lässt, wenn man nach Erklärungen sucht. Atmosphäre ist es, zum Großteil, die einen einzelnen Ort als etwas besonderes kennzeichnet. Dieser vage, ungreifbare Ausdruck. Dieser Ort hatte genug Atmosphäre; für Krimis, für Schrauber, für ein Drehbuch und für Freunde postapokalyptischer Wahn- / Wunschvorstellungen.

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ieser Ort hatte für jeden etwas, für jeden Spinner dieser Welt, nur war mir persönlich nicht so ganz danach an diesem Tag. Irgendetwas in mir sträubte sich, mich auf diesen Ort einzulassen und großartige Kletteraktionen durchzuführen – auch wenn er es sicherlich durchaus wert war, bis in die letzte Ecke erkundet zu werden.

Wahrscheinlich lag es an dem Verdacht, dass hier etwas nicht mit so ganz rechten Dingen vor sich gegangen ist – was die Anhäufung an hochwertigen Karosserien zumindest schlüssig hätte erklären können. Wieso nochmal, brennt eine solche Halle einfach nieder? Wieso wird eine Werkstatt, mitten in einem Industriegebiet mit wenig Abstand zu allen Seiten hin, mit Autos vollgestopft bis zur Unbegehbarkeit – nur um dann abzubrennen? Dass 5 m weiter, von frisch errichteten Mauern von der abgebrannten Halle getrennt, in der Nachbarhalle anscheinend neues Gut gelagert wurde, machte die Sache für mich nicht sinniger.

Es ist vielleicht auch manchmal gut nicht alles zu wissen; so lange man nicht zwei ausgewachsene Rottweiler daheim hat, die kugelsicher sind und einen abgöttisch lieben. Allgemein frage ich mich, wo so viele Geschichten über manchen Ort kursieren, ob man nicht irgendwann einmal jemandem begegnet, dem es so gar nicht in die Urlaubsplanungen passt, dass da ein ungebetener Gast alles fein säuberlich mit seiner Kamera dokumentiert hat. Ein wütender Hausbesitzer, der auf niederstem Französisch die Abstammungslinie eines Eindringlings bis hin zum mongolischen Ponykrieger verflucht, mag schon manchmal ausreichend sein, um den Stuhlgang vor – und das Interesse an – einem Ort verlieren zu lassen. Wie mag man sich fühlen, wenn eine anderweitige Gestalt gar nicht flucht, sondern nur nach einem passablen Werkzeug greift, um erhöhten Kopfschmerz zu verursachen?

Shit happens – und nach Walhalla kommt man nicht im Pyjama…

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