Maison du Sade / Maison Martini

Maison du Sade / Maison Martini
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Besucht im Jahr 2014

S

eltsamer Ausflug. Nicht nur dieses eine Gebäude war seltsam, nein, die ganze Tour war etwas was ich gerne als „durchwachsen“ bezeichnen möchte. Fachmänner würden einfach von „total beschissen“ sprechen – aber ich bin ja Optimist, bzw. ein Realist mit Kurzsichtigkeit. Zuerst hatten wir da eine ehemalige Discothek, bei der die Zimmertemperatur recht lange den Flammpunkt von Wolfram zu überschritten haben schien, danach etwas, wo selbst Satanisten nichts opfern würden und dann dieses Haus… oder eher „diese zwei Häuser“.

Hatten wir uns zuerst gedacht, es wäre das total heruntergekommene Gebäude in der Nebenstraße gewesen, welches durch einen Mangel an Instandhaltung glänzte – samt einem Keller, der langsam Teile des Erdgeschosses einzusaugen schien – war es nach kurzer Erkundung dann doch tatsächlich ein Gebäude etwas weiter weg. Wie merkt man derartiges?

G

ehen wir dazu ein wenig zurück: Man stelle sich vor, man reist als Bürger der Bundesrepublik in ein anderes, europäisches Land. Vorurteilsmäßig bei Belgien nur mit Fritten und Waffeln belastet, macht man sich nicht allzu viele Gedanken darüber dass Menschen hier in Wohnungen hausen, die man in Deutschland nur mit einem Sicherheitsabstand von 50m aus der Ferne abreißen würde. Selbst nach nun einigen Urbextouren, die bis ins Herz Belgiens führten, hat man einen derartigen Zustand, wie ihn dieses Haus vorzeigte – vorallem bewohnt! – noch nicht erblickt.

Das Haus war nicht vernachlässigt, oder heruntergekommen; Das Haus war in der Endphase seines Niedergangs und man konnte die Zeit absehen, die der totale Zusammenbruch so noch brauchen dürfte, um einzutreffen. Ähnlich, wie bei den deutschen Privatsendern.
So umschreitet man also das Gelände, schaut nach offenen Fenstern und Türen, zieht mal an einer Türklinke und wundert sich über einen lauten Knall aus dem inneren des Gebäudes. Kurze Zeit, samt Darmentleerung, später, befindet man sich vor dem anderen Gebäude und versucht dort sein Glück (und hofft, dass man die Wechselunterwäsche nicht vergessen hat). Kann passieren, muss aber nicht. Nun macht man sich nicht allzu viele Gedanken, über das zuvor geschehene Ereignis (erst recht nicht, wenn man schon 2 -3 Nieten durch hatte und wenigstens ein paar Fotos schießen möchte). Man fotografiert unbeirrt weiter, erkundet, stolpert über die typischen anderen Urbexer, kriegt eine Hasskappe (weil man 10 Minuten warten muss, weil einem einer im Bild steht) und steht dann plötzlich vor einem flämischen Polizisten, der die ganze Angelegenheit „nicht ganz so cool“ findet.

Shit happens, again and again…

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